"Lornas Schweigen" gewinnt den zweiten LUX-Preis, den Filmpreis des Europäischen Parlaments
Zum zweiten Mal hat der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert PÖTTERING, den LUX-Preis vergeben. Gewonnen hat der Film "Lornas Schweigen" von Jean-Pierre und Luc Dardenne, der die Trophäe in Straßburg entgegennahm. Der Preis, dotiert mit 87 000 Euro, unterstützt u. a. die Untertitelung des prämierten Films in den 23 Amtssprachen der Europäischen Union.

"Das Europäische Parlament hat seit jeher der Kultur einen hohen Stellenwert eingeräumt. Die Verleihung des zweiten LUX-Filmpreises ist Ausdruck hiervon", so EP-Präsident Hans-Gert Pöttering. Eines der Ziele des Preises sei es, kulturelle und sprachliche Vielfalt erfahrbar zu machen.
Luc Dardenne, einer der beiden Regisseure des Siegerfilmes, bedauerte, dass man in Europa leider viel zu wenige Filme aus anderen europäischen Ländern sehen könne. Der LUX-Preis, der ja die Untertitelung des prämierten Films in den 23 Amtssprachen unterstütze, leiste einen Beitrag dazu, dies zu ändern.
An der Verleihung heute haben neben Dardenne der Regisseur von 'Obcan Havel', Miroslav Janek, der Regisseur von 'Delta', Kornél Mundruczó, sowie die Schauspielerin Orsi Tóth aus 'Delta' teilgenommen.
Der Siegerfilm " Lornas Schweigen"
Um mit einem Freund Eigentümerin einer Snackbar zu werden, wird Lorna, eine junge Albanerin, die in Belgien lebt, Komplizin eines teuflischen Plans, den der Gauner Fabio ersonnen hat. Fabio hat eine Scheinehe zwischen ihr und Claudy arrangiert. Die Ehe ermöglicht es ihr, die belgische Staatsbürgerschaft zu erhalten und später einen russischen Mafioso zu heiraten, der bereit ist, viel Geld zu bezahlen, um diese seinerseits rasch zu erlangen. Damit diese zweite Ehe möglich wird, will Fabio jedoch Claudy ermorden. Wird Lorna dazu schweigen?
Regisseure: Jean-Pierre und Luc Dardenne
Mit: Arta Dobroshi, Olivier Gourmet, Morgan Marinne, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione
Land: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Vereinigtes Königreich
Jahr: 2008
Dauer: 1h45
Originalsprache: Französisch
Preise: Bestes Drehbuch, Cannes 2008
Der Preis
Mit dem LUX-Preis wird ein Werk ausgezeichnet, das in besonderer Weise die Universalität der europäischen Werte, die kulturelle Vielfalt und den Prozess der europäischen Integration veranschaulicht. Der LUX-Preis beinhaltet eine materielle Unterstützung in Form einer Untertitelung und einer Bandaufzeichnung des prämierten Films in den 23 Amtssprachen der Europäischen Union. Die Originalfassung wird zudem für Gehörlose und Menschen mit einer Hörbehinderung bearbeitet. Falls der prämierte Film in einigen Ländern bereits für Saalvorführungen verliehen und dazu schon untertitelt wurde, wird mit dem LUX-Preis die Herstellung einer DVD unterstützt.
Die Jury
Die Jury setzt sich aus den 785 Mitgliedern des Europäischen Parlaments zusammen. Jeder Abgeordnete, der einen oder mehrere Filme gesehen hat, kann abstimmen. Die offizielle Auswahlliste wurde von einer 17-köpfigen Jury erstellt, deren Mitglieder ausnahmslos der Filmbranche angehören: Produzenten, Verleiher, Rechteinhaber, Festivalleiter, Kritiker usw.
Im vergangenen Jahr gewann der deutsche Film "Auf der anderen Seite" von Fatih Akin.
Die visuelle Identität des LUX-Preises
LUX bedeutet Licht (Latein). Das Konzept, das der Erarbeitung der visuellen Identität des LUX-Preises zugrunde liegt, ist der Turmbau zu Babel, jedoch im positiven Sinne, da der Turm, weil sein Fundament der Reichtum der Vielfalt ist, nicht zusammenstürzt. Der Turmbau symbolisiert ebenso wie das Europäische Parlament die Pluralität der Sprachen und die Vielfalt der Kulturen, die sich am gleichen Ort und mit demselben Ziel zusammenfinden.
Diese Informationen finden Sie auch online unter folgendem Link:
http://www.europarl.europa.eu/news/expert/tous_les_infopress/default/default_de.htm















