Themen der Europawahl: Mobilität sichern - aber wie?
Erdöl wie gehabt? Rapsöl, Algen oder Autogas? Strom und Wasserstoff aus Sonne und Wind? Was soll in Zukunft unsere Autos antreiben? Wie bald beginnt die Zukunft? Die Europa-Abgeordneten, im Juni für 5 Jahre gewählt, werden mit Sicherheit an den Antworten auf diese Fragen als Gesetzgeber mitwirken.
Im vergangen Dezember haben die Europa-Abgeordneten mit großer Mehrheit das EU-Klimaschutzpaket verabschiedet. Teil des Paketes ist das Ziel, dass bis 2020 zehn Prozent des im Straßenverkehr verbrauchten Kraftstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Gemeint ist damit insbesondere pflanzlicher Kraftstoff (Biosprit), aber auch Wasserstoff und Strom für Elektroautos.
Biokraftstoffe: Chancen und Nachteile
Schon heute werden Biokraftstoffe zunehmend eingesetzt, vor allem als Beimischung zum klassischen Diesel oder Benzin. In Brasilien und den USA gibt es eine zunehmende Zahl von Autos, die ausschließlich mit aus Pflanzen hergestellten Bio-Ethanol fahren oder nach Verfügbarkeit von Benzin auf Bio-Ethanol umgestellt werden können.
Die Verwendung von Biosprit macht von Erdöl-Importen unabhängiger, da die Grundstoff in Europa produziert werden können. Auch soll der Biosprit zum Klimaschutz beitragen, weil in der Theorie in erster Linie CO2 freigesetzt wird, das die Pflanzen, aus denen er produziert wird, während ihres Wachstums aufgenommen haben.
Allerdings sind die Biokraftstoffe der ersten Generation, die aus Speisepflanzen wie Zuckerrohr, Soja, Mais, Raps, Mais-, Palm- oder Sonnenblumen-Öl hergestellt werden, in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Zum einen, weil sie in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen, und so zur Verknappung des Nahrungsangebotes und damit zu steigenden Preisen führen können.
Klimabilanz spricht nicht unbedingt für Rapps im Tank
Zum anderen ist die CO2-Bilanz oft nicht so positiv, wie es auf den ersten Blick erscheint. Das liegt u.a. daran, dass für die Produktion der Kraftstoffe Energie verbraucht wird und weil ehemals ungenutzte Flächen oder Wald zum Anbau von Kraftstoff-Pflanzen genutzt werden, wobei ebenfalls CO2 freigesetzt wird. Auch die Düngemittel-Produktion setzt große Mengen Treibhausgas frei.
Das Europäische Parlament hat im vergangenen Jahr durchgesetzt, dass die Klimaschutzgesetzgebung verbindliche Nachhaltigkeitskriterien für Biosprit enthält, um so eine umweltfreundliche Produktion von Biokraftstoffen in der EU und in Drittländern zu gewährleisten.
Beispielsweise müssen Biokraftstoffe gegenüber fossilen Kraftstoffen (wie Benzin oder Diesel) mindestens 35 % an Treibhausgasen einsparen, um für das 10-Prozent-Ziel angerechnet werden zu können.
Entscheidend, und durch die Europa-Abgeordneten unterstützend und gesetzgeberische begleitet, wird in den nächsten Jahren die Entwicklung von Biokraftstoffe der zweiten Generation sein. Diese Kraftstoffe könnten zukünftig auf der Basis von organischen Abfällen oder Pflanzen hergestellt werden, die nicht der menschlichen Ernährung dienen (z.B. Algen).
Welche Zukunft für den Wasserstoffantrieb?
Wasserstoff könnte der Treibstoff der Zukunft sein. Der Vorteil von Wasserstoff ist, dass bei seiner Verbrennung keine giftigen Abgase und auch kein CO2 entstehen.
Ob Wasserstoff tatsächlich umweltfreundlich und klimafreundlich ist, hängt - ähnlich wie beim Strom - nicht zuletzt davon ab, welche Energiequelle genutzt wird, um den Wasserstoff zu gewinnen. Denn Wasserstoff ist keine Energie-Quelle, sondern ein Energie-Träger.
Das Europaparlament hat sich in der abgelaufenen Legislaturperiode dafür eingesetzt, dass dabei auf erneuerbare Energiequellen gesetzt wird. Fortschritte auf diesem Gebiet, durch Forschung und den Aufbau einer europaweiten Infrastruktur und durch einen gesetzlichen Rahmen, werden nicht zuletzt von den Europa-Abgeordneten abhängen, die sie am 7. Juni wählen.
Weitere Alternativen?
Auch Autogas und Elektroantriebe könnten in der Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Forschung und Gesetzgebung im europäischen Verbund werden auch hier entscheidend sein, welche Chancen diese Alternativen in Europa haben.
Die Europa-Abgeordneten werden aufgerufen sein, zu überprüfen, welche Fortschritte die europäische Automobilindustrie auf dem Weg zum kohlenstoff- und abgasarmen Auto in den nächsten Jahren macht.
Und wie steht es um Schiene und Flugverkehr? Europa wächst auch in dieser Hinsicht zusammen und die entscheidenden Weichenstellungen erfolgen oft in Brüssel und Straßburg.
Entscheiden Sie mit, wie die Autos, unsere Straßen und Städte in Zukunft aussehen. Mit Ihrer Stimme bei der Europawahl am 7. Juni.






















