Journalistenpreis des Europäischen Parlaments für ARTE und GEO
Zwei Reportagen aus Deutschland gewinnen den Journalistenpreis des Europäischen Parlaments. "Wer hat Angst vor Europa? Wie die EU nach Polen kam" der TV-Autoren Elke Sasse und Kristian Köhler (für ARTE) und "Wie sich Europa erneuert" aus GEO 09/ 2009 der Redakteurin Ines Possemeyer erhalten den Journalistenpreis des Europäischen Parlaments.

Europäischen Parlaments 2009
Die Gewinner der Kategorien Fernsehen und Print sind heute in Brüssel von Parlamentspräsident Jerzy Buzek ausgezeichnet worden. In der Kategorie Radio gewann ein Beitrag aus Polen, in der Kategorie Internet ein Online-Artikel aus Ungarn.
Mit dem Journalistenpreis des Europäischen Parlaments werden Arbeiten ausgezeichnet, die einen Beitrag dazu leisten, die Europäische Union den Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen.
Die Jury, die aus drei EP-Abgeordneten und sechs Journalisten besteht, hat die Gewinner aus 65 nationalen Preisträgern gekürt, die wiederum aus insgesamt 266 Beiträgen ausgewählt wurden.
Bei der Preisverleihung sagte Parlamentspräsident Jerzy Buzek: "Ohne die Journalisten können wir die funktionsweise der EU nicht verbessern, unsere Bürger nicht informieren oder ihnen die EU näher bringen".
Die Preisträger
Die GEO-Reportage "Wie sich Europa erneuert" von Ines Possemeyer berichtet über Orte des Aufbruchs im neuen Europa und führt von Polen über Irland und Frankreich weiter nach Bulgarien, Rumänien und Schweden. Von diesen Stationen wird über Menschen erzählt, die das heutige Europa mit all seinen Chancen, Herausforderungen und Problemen bilden.
Ganz anders die TV-Langzeitreportage von Elke Sasse und Kristian Köhler, die die Wirklichkeit Europas in einem Mikrokosmos aufdecken: Beide haben dreieinhalb Jahre lang das sich verändernde Leben in einem kleinen polnischen Dorf in der Nähe der Ukrainischen Grenze begleitet. "Wer hat Angst vor Europa? Wie die EU nach Polen kam", beginnt kurz vor der Erweiterung 2004 und erzählt in malerischen Bildern, wie der EU-Beitritt die Arbeit und das Leben der polnischen Bauern in dem kleinen Dorf verändert hat.
Der Gewinner der Kategorie Online ist der ungarische Journalist Szlankó Bálint für seinen Onlineartikel, in dem er laut Buzek "die Frage des Lobbyismus in einer eigenen und interessanten Art und Weise angeht".
In der Kategorie Radio bekam der polnische Journalist Zbigniew Plenser den Preis für sein Programm in dem er die Anstrengungen der Arbeiter beschreibt, die Werft in Szcezyn zu retten.
Diskussionsrunde über neue Medien
Im Anschluss an die Reden der Gewinner fand eine Diskussionsrunde zum Thema "Die Rolle der neuen Medien: eine Chance für demokratische Partizipation?" statt, die von der Vizepräsidentin des EP, Rodi Kratsa-Tsagaropoulou (EVP, GR), moderiert wurde. Weitere Podiumsmitglieder waren Dr. Silvana Koch-Mehrin (ALDE, DE), Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, der EP-Abgeordnete Morten Lokkegaard (ALDE, DK), Letizia Gambini, Mitglied des Europäischen Jugendpresse-Netzwerkes, Yves Desmet, politischer Redakteur der "De Morgen" (Belgien) und Michael Stabenow, Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Hintergrund
Der Journalistenpreis des Europäischen Parlaments wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen, bereits 2008 gewann in der Sparte Print eine Reportage aus Deutschland, nämlich jene aus GEO Wissen (Nr. 40, 10/07) über die Simultandolmetscher des Europäischen Parlaments. Der Preis wird in den Kategorien Print, TV, Radio und Online ausgelobt und ist jeweils mit 5.000 Euro dotiert.
Die Gewinner des Journalistenpreis des Europäischen Parlaments werden in einem zweistufigen Jury-Verfahren ermittelt: Zunächst ermittelt je eine nationale Jury aus Journalisten in den einzelnen Mitgliedsstaaten die Einsendungen, anschließend bewerten Journalisten und Europa-Abgeordnete in der Europäischen Jury die Beiträge und ermitteln die Preisträger.















