Europa anders kommunizieren - das EU-Parlament und die neuen Medien
Facebook, Youtube & Co haben sich nicht nur als sehr effektive Kommunikationsmittel erwiesen, durch ihre Interaktivität können sie überdies dazu anregen, die EU-Berichterstattung zu kommentieren und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die EU sollte deshalb ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken ausweiten, meinen die Abgeordneten des Kulturausschusses. Gleichzeitig sei jedoch Vorsicht geboten, heißt es in einem mit Änderungen angenommenen Bericht über Journalismus und neue Medien.
Während das Fernsehen 13 Jahre lang gebraucht hat, um 50 Millionen ZuschauerInnen zu erreichen, hat Facebook in nur wenigen Monaten 100 Millionen UserInnen erreicht: Die bei der Präsentation des Berichts genannten Zahlen sprechen für sich - Neue Medien sind im Vormarsch.
Auch seitens der europäischen Politik ist man nun dabei, den sich abzeichnenden Paradigmenwechsel in der Kommunikation zu begreifen. "Das Europäische Parlament spielt hier eine Vorreiterrolle", meint der dänische EU-Abgeordneten Morten Løkkegaard (Liberale & Demokraten) in Anspielung auf die EU-Wahlkampagne 2009.
Aktivitäten in neuen Medien verstärken - aber mit Vorsicht
In seinem Bericht betont Løkkegaard, wie wichtig neue Medien sind, um die Leute zu erreichen. Parlament und Kommission sollen dazu ermutigt werden, "ihre Aktivitäten in diesem Bereich weiter zu verstärken".
Gleichzeitig sei aber auch Vorsicht geboten, da die Glaubwürdigkeit neuer Medien als Quellen nicht immer garantiert werden könne, meinen die Abgeordneten des Kulturausschusses. Deshalb wird auch gefordert, eine auf neue Medien anwendbare "Ethik-Richtline" zu erstellen.
Eine Task-Force unabhängiger JournalistInnen
Auch "traditionelle" Medien sind Gegenstand der Entschließung: Damit mehr über europäische Politik berichtet wird, regen die Abgeordneten die Mitgliedstaaten dazu an, die EU-Berichterstattung in den Programmauftrag von öffentlich-rechtlichen Sendern einzubinden.
Außerdem befürworteten die Abgeordneten die Idee einer Gruppe von spezialisierten JournalistInnen in Brüssel, "die zur Aufgabe hätte, die aktuelle Berichterstattung über EU-Themen in pädagogischer Weise auszugestalten und gleichzeitig die redaktionelle Unabhängigkeit sicherzustellen".
Um das Europa-Bewusstsein der BürgerInnen zu verstärken, seien spezialisierte EU-Büros in den Mitgliedstaaten notwendig, die die lokalen, regionalen und nationalen Auswirkungen der EU-Gesetzgebung erklären können. Überdies könnten EU-Studien in den Lehrplänen von Schulen verankert werden.






















