Dienstag, 2. März 2010

Interview: Edite Estrela über Mutterschaftsurlaub

Am 24. und 25. März wird im EU Parlament über die Dauer des Mutterschaftsurlaubs abgestimmt, wobei Mindeststandards gesetzt werden sollen. Der Ausschuss für Frauenrechte hat bereits am 23. Februar darüber abgestimmt, dass die Untergrenze von 14 auf 20 Wochen angehoben werden soll. Wie geht es weiter? Wir haben die portugiesische Sozialdemokratin Edite Estrela befragt.

Die portugiesische Abgeordnete 
Edite ESTRELA
Die portugiesische Abgeordnete
Edite ESTRELA

Was ist das Hauptanliegen Ihres Berichts?

Auf der einen Seite wollen wir die Stellung von stillenden Müttern am Arbeitsplatz verbessern. Auf der anderen Seite wollen wir die Gleichstellung der Geschlechter in den Gesetzen stärken, besonders im Bezug zum beruflichen und persönlichen Leben.

Mein Bericht enthält auch einige innovative Vorschläge, die mehr Gleichheit und Gerechtigkeit schaffen, zum Beispiel auch für Haushaltshilfen, die im Moment nicht von der europäischen Gesetzgebung erfasst werden. Überdies möchte ich Eltern, die ein weniger als 12 Monate altes Kind adoptieren, mit Eltern von Neugeborenen gleichstellen.


Welche Opposition haben sie zu Ihren Vorschlägen erfahren?

Es gibt zwei Arten von Opposition. In erster Linie ist da der ideologische Widerstand - das Europäische Parlament vertritt Menschen verschiedener Herkunft, verschiedener Kulturen, verschiedener Ideologien und verschiedenen Lebenserfahrungen - all dies kommt dann zu Tage, wenn wir solche Themen diskutieren, insbesondere die Ansicht, dass Frauen zu Hause bleiben sollten.

Dann ist da der finanzielle Widerstand, die Argumente dass es zu teuer ist. Aber diese Richtlinie ist bereits 18 Jahre alt, wir machen hier nicht Gesetze für Morgen, die EU Mitgliedsstaaten werden drei Jahre Zeit haben um die Gesetze umzusetzen. Es wäre für uns ein schlechtes Zeichen, für die EU Mitgliedsstaaten und für Europa selbst, wenn die Richtlinie in Kraft tritt und es dann zu keiner greifbaren Verbesserung kommen sollte.

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