Donnerstag, 4. März 2010

Teufelskreis durchbrechen: Frauenbeteiligung und Interesse an Europapolitik

Frauen sind in der Politik und nicht zuletzt auch im Europaparlament unterrepräsentiert. Interessieren sich Frauen deshalb weniger für die Männer dominierte Europapolitik oder es ist es umgekehrt? Wie lässt sich der Teufelskreis auflösen?

Frauen kämpfen um ihr Recht 
auf politische Mitentscheidung 
Frauen kämpfen um ihr Recht
auf politische Mitentscheidung

Die Teilnehmer des von den Vize-Präsidentinnen Rodi Kratsa Tsagaropoulou (Europäische Volkspartei) und Silvana Koch-Mehrin (FDP) sowie der portugiesischen Abgeordneten Edite Estrela (Sozialisten & Demokraten) organisierten Seminars versuchten die Ursachen für die geringere Beteiligung von Frauen bei Wahlen und ihr in Umfragen belegtes (im Vergleich zu Männern) geringeres Interesse an der EU zu ergründen.

Ein verstärkte Beteiligung von Frauen - etwa im Hinblick auf die Europawahl 2014 - ist wichtig, aber wird nicht einfach zu erreichen sein.

 

Problem: Geringeres Interesse und geringere Unterrepräsentierung

In Meinungsumfragen wird regelmäßig belegt, dass Frauen die EU für weniger relevant halten als Männer und sich weniger für europapolitische Fragen interessieren. Außerdem geben Frauen an verhältnismäßig schlecht über die EU informiert zu sein.

Bei den Europawahlen waren Frauen auf den Wahllisten immer noch relativ unterrepräsentiert und hatten oftmals eine schlechtere Position auf den Listen als Männer. Gleichzeitig konzentrierten die Medien ihre Berichterstattung unverhältnismäßig auf männliche Politiker.

Susan Balducci von der Universität Exeter gab an, dass 35% der Kandidaten bei der Europawahl Frauen gewesen seien. Im oberen Drittel der Listen hätten Frauen 34% ausgemacht und entsprechend waren dann auch insgesamt 34% der gewählten Abgeordneten Frauen.

Allerdings seien in der Berichterstattung weibliche Kandidaten noch viel deutlicher unterrepräsentiert - die männlichen Kandidaten wurden zusammengenommen fünf Mal so häufig erwähnt wie die weiblichen.

Die geringere Wahrnehmbarkeit weiblicher Politikerinnen in den Medien und im Wahlkampf, so die Interpretation während des Seminars, verstärke das Desinteresse von Frauen.

Quote als Lösung?

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sprach sich Edite Estrela für Quoten aus.

Verwiesen wurde von den Fachleuten auch auf die wichtige Rolle der Parteien, die stärker auf Frauen zugehen müssten.

In der Kommunikation von Europapolitik - so eine weitere Empfehlung - solle man soziale Themen stärker in den Mittelpunkt stellen, da diese Frauen stärker interessierten.

 

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