Mittwoch, 10. März 2010

Internationaler Frauentag: Gleichstellung von Mann und Frau

Am Montag war Internationaler Frauentag und bei dieser Gelegenheit fand im Europaparlament eine ausführliche Debatte zur Lage der Frauen in Europa statt. Einkommensunterschiede, Gewalt gegen Frauen und eine stärkere Interessensvertretung waren Themen im Plenum. Viel Kritik musste die Kommission einstecken, die einen auf fünf Jahre angelegten Plan zur Gleichstellung der Frauen in Europa vorlegte, ohne ihn zuvor mit der Öffentlichkeit zu konsultieren.

Sprecher aller Fraktionen 
nehmen sich des Themas an
Sprecher aller Fraktionen
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Der Parlamentspräsident Jerzy Buzek sagte in seiner Eröffnungsansprache, dass Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft allgemein ein Thema der Vergangenheit sein sollte.

Mehr weibliche Europa-Abgeordnete

Die britische liberale Abgeordnete Diana Wallis forderte mehr weibliche Europaabgeordnete und rechnete aus, dass in ihrem Heimatland es bei dem jetzigen Tempo wohl 200 Jahre dauern würde, bis im Parlament die gleiche Anzahl Männer und Frauen sitzen würde.

Die Hälfte der Bevölkerung verdient nur ein Zehntel des Einkommens

Die niederländische Abgeordnete Corien Wortmann-Kool rechnete aus, dass Frauen zwar die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, jedoch nur ein Zehntel des Einkommens verdienen. Martin Schulz, der Vorsitzende der Sozialdemokraten im Parlament, machte deutlich, dass eine Gesellschaft nicht auf Gleichheit basiert, wenn Männer und Frauen für die gleiche Arbeit unterschiedlich entlohnt würden.

"Hausfrau" aus dem Duden streichen!

Marina Yannakoudakis (ECR) schlug vor, die Bezeichnung "Hausfrau" zu verbieten, denn ihrer Ansicht nach ist keine Frau nur "irgendwas".

Gesetze machen noch keine Gleichheit

Marta Andreasen (EFD) kritisierte die Überzeugung der Gesetzgeber, dass viele der Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen durch Regelungen und Gesetze allein lösbar seine. Vielmehr komme es auf das Verhalten der einzelnen Menschen an, sagte sie in der Diskussion im Plenum. "Es würde mich beleidigen, wenn ich in der Arbeit nur aufgrund meiner verschiedenartigen Chromosome anders behandelt werden würde," sagte sie wörtlich.

Die Frauencharta - ein Richtung weisendes Dokument?

Der europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherrechte John Dalli präsentierte die Frauencharta, die am 5. März vorgestellt wurde, als solide Ausgangsbasis für zukünftige EU Initiativen. Die grüne Abgeordnete Marije Cornelissen antwortete daraufhin, dass diese Charta nur bedingt mit der Öffentlichkeit abgesprochen und diskutiert wurde und forderte taten statt leerer Worte.

Frauentag ist jeden Tag!

Die linke Abgeordnete Eva-Britt Svensson aus Schweden schlug daher vor, die Zeit bis zum nächsten Weltfrauentag am 8. März 2011 zu nutzen, um sich mit der Charta einschlägig zu befassen und die darin enthaltenen Vorschläge öffentlich zu diskutieren. "Wir werden für Frauenrechte nicht nur an diesem 8. März eintreten, sondern an allen tagen. Das ist, was Männer und Frauen in Europa brauchen," sagte sie.

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