Montag, 6. September 2010

Schwerpunkte der Plenartagung 6.-9. September in Straßburg

Am Dienstag wird der Präsident der Kommission, José Manuel Barroso, eine "Ansprache zur Lage der Union" im Europäischen Parlament in Straßburg halten. Die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Ausweisung der Roma aus Frankreich und die Hilfeleistungen für die Opfer der Überschwemmung in Pakistan werden u.a. diese Woche in Straßburg diskutiert.  

Diese Woche tagen die 
Europaabgeordneten in Straßburg 
Diese Woche tagen die
Europaabgeordneten in Straßburg
Premiere: Kommissionspräsident Barroso hält eine Ansprache zur Lage der Union

Am Dienstag wird zum allerersten Mal der Präsident der Kommission, José Manuel Barroso, eine "Ansprache zur Lage der Union" im Europäischen Parlament in Straßburg halten. Die anschließende Debatte bietet den Abgeordneten die Gelegenheit, die Entwicklungen in der EU seit den Wahlen im Juni 2009 und dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages im Dezember 2009 mit Präsident Barroso zu bewerten.

Ausweisung von Roma in Europa

Frankreich hat in diesem Sommer Hunderte von Roma nach Rumänien und Bulgarien ausgewiesen - seit Jänner wurden mehr als 8.000 Roma abgeschoben. Einige Europaabgeordnete haben die Rechtmäßigkeit solcher Ausweisungen hinterfragt. Das Parlament wird daher mit der Kommission darüber diskutieren, ob die französischen und andere nationale Behörden die Freizügigkeit und die Grundrechte der Roma verletzt haben. Am Dienstag soll eine diesbezügliche Entschließung verabschiedet werden.

EU-Abgeordnete erörtern Hilfeleistungen für die Opfer der Überschwemmung in Pakistan diskutieren

Die Überschwemmungen in Pakistan und die Reaktion der EU auf die humanitäre Krise werden am Dienstag im Mittelpunkt einer Debatte mit der Kommission stehen. Letzten Dienstag hatten die Abgeordneten des Entwicklungsausschusses die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, darauf hingewiesen, dass die EU-Hilfeleistungen für die zerstörte Überschwemmungsregion einer besseren Koordinierung bedürfen und vor Ort sichtbarer sein müssen.

Neue Einschränkungen für Tierversuche

Künftig könnten per Gesetz weniger Versuchstiere zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt werden. Das sieht ein Abkommen vor, das im Juli mit dem Rat ausgehandelt wurde. Das Parlament muss diesem Kompromiss noch zustimmen. Demnach müssten die nationalen Behörden die Folgen jedes wissenschaftlichen Versuchs auf das Wohlergehen des Tieres bewerten. Damit sollen alternative Untersuchungsmethoden gefördert und das Leiden der Tiere vermindert werden.

Der Präsident der Republik Mali wird eine Rede vor dem Europäischen Parlament halten

Der Präsident des größten Landes Westafrikas, Mali, wird sich Dienstag um 12 Uhr in einer feierlichen Sitzung mit einer Rede an das Europäische Parlament richten. Präsident Amadou Toumani Touré, bekannt auch als ATT, könnte folgende Themen in seiner Ansprache anschneiden: Malis erfolgreicher Übergang zur Demokratie während der letzten 20 Jahre, die Millenniumsentwicklungsziele vor der September-Sitzung der UN in New York sowie Sicherheitsfragen in der Sahel-Region.

Abkommen gegen Fälschung und Piraterie (ACTA): Jüngste Verhandlungen werden erörtert

Die EU-Abgeordneten werden am Mittwoch mit der Kommission über die laufenden Verhandlungen zum multilateralen Abkommen gegen Fälschung und Piraterie (ACTA) diskutieren. Die 10. Runde der ACTA-Verhandlungen fand vom 16. bis 20. August 2010 in Washington statt.

Wieder auf der politischen Tagesordnung: Pressefreiheit in der EU

Das Europäische Parlament wird über Einschränkungen der Meinungs- und Informationsfreiheit sowie die staatliche Kontrolle über die Medien in mehreren Mitgliedstaaten am Dienstag mit der Europäischen Kommission diskutieren.

Braucht es ein EU-Gesetz, um die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare zu bekämpfen?

Gleichgeschlechtliche Paare werden in der EU nach wie vor diskriminiert, vor allem am Arbeitsplatz, im Studium und auch bei innereuropäischen Reisen. Unabhängig davon, ob die Paare verheiratet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, wird der/die PartnerIn von vielen Mitgliedstaaten rechtlich nicht als Familienmitglied anerkannt. Die Abgeordneten werden daher die Kommission über das Fehlen von konkreten Vorschlägen zu diesem Thema befragen.

Sakineh und Zahra: Menschenrechte im Iran

Das Europäische Parlament wird über die Lage der Menschenrechte im Iran diskutieren. Die Debatte wird sich dabei vor allem auf zwei jüngere Fälle konzentrieren. So wurde die Iranerin Sakineh Mohammadi-Ashtiani des außerehelichen Sexualverkehrs beschuldigt und zum Tode durch Steinigung verurteilt. Ein zweiter Fall betrifft Zahra Bahrami, Staatsbürgerin der Niederlande und des Iran, die im Dezember 2009 während der Proteste des Ashura-Tages in Teheran festgenommen wurde.

Freihandelsabkommen EU-Korea: Abstimmung über Schutzklauseln für die europäische Industrie

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea soll von bilateralen Schutzklauseln begleitet werden. Demnach kann das Parlament oder eine vom Importanstieg aus Korea betroffene Branche eine Überprüfung veranlassen, ob Handelsschutzklauseln notwendig sind. Das Parlament würde die Situation der europäischen Automobilindustrie besonders aufmerksam beobachten.

EU-Schweiz: Den Grenzverkehr für Arbeitnehmer erleichtern

Jeden Tagen gehen etwa 200.000 GrenzgängerInnen aus der EU oder den EFTA-Ländern in die Schweiz zur Arbeit. Um die Freizügigkeit von Menschen und Dienstleistungen zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU voranzubringen hat das Europäische Parlament diesbezügliche Vorschläge auf den Tisch gelegt.

 

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