Donnerstag, 28. April 2011

"Jugend in Bewegung": EU-Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Viele junge Menschen haben es zurzeit in Europa schwer, Arbeit zu finden. Mit der Initiative "Jugend in Bewegung" will die EU ihre Berufschancen verbessern. Der Bildungsausschuss des EU-Parlaments hat dazu letzte Woche einen Bericht verabschiedet.

Die Initiative "Jugend in Bewegung" will 
jungen Menschen in der EU den 
Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. 
© BELGA_Illustra_Amy Bertrand 
Die Initiative "Jugend in Bewegung" will
jungen Menschen in der EU den
Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.
© BELGA_Illustra_Amy Bertrand

Die Probleme sind gewaltig: 20 Prozent der Jugendlichen in der EU unter 25 Jahre sind arbeitslos. Wenn sie Arbeit finden, bekommen sie in fast der Hälfte der Fälle lediglich zeitlich begrenzte Verträge. Nur knapp ein Drittel der Europäer hat einen Universitätsabschluss, 14,4 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben nicht einmal die Schule beendet.

Der Bericht des Bildungsausschusses, den der slowenische Abgeordnete Milan Zver (Europäische Volkspartei) verfasst hat, und das EU-Programm "Jugend in Bewegung" wollen diese Probleme nun mit 28 Maßnahmen angehen. Wir erklären Ihnen hier die neun wichtigsten.


1. Weniger Schulabbrüche: Die Kommission wird bei den Mitgliedstaaten darauf drängen, keinen Schüler abzuschreiben und so viele wie möglich zu Abschlüssen zu führen. Das Ziel ist, den Anteil der Schulabbrecher in der EU von 15 Prozent auf 10 Prozent zu drücken.

2. Ausbildungen und Praktika fördern: Nicht jeder kann studieren. Das bedeutet aber nicht, dass Jugendliche ihr Berufsleben als ungelernte Arbeitskräfte fristen müssen. Ausbildungen und Praktika können eine Brücke zum Arbeitsmarkt schlagen für Jugendliche ohne andere Qualifikationen. Dafür müssen Ausbildungen und Praktika sowohl für Unternehmen als auch für Jugendliche attraktiver gemacht werden.

3. Höhere Bildung für mehr junge Menschen: Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Europäer einen Hochschulabschluss schaffen. Dazu sollen Lehrpläne an moderne Erfordernisse angepasst und die finanzielle Situation der Universitätsen verbessert werden. Schätzungen zufolge wird bis 2020 für jeden dritten Job in der EU ein höherer Bildungsabschluss notwendig sein.

4. "Jugend in Bewegung"-Ausweis: Jugendliche sollen die bestmögliche Ausbildung erhalten. Lernen im Ausland soll daher einfacher werden. Zweck des neuen Ausweises ist, die Integration mobiler Auszubildender und Studenten zu beschleunigen. Der Ausweis soll später auch ähnliche Vorteile bringen wie momentan nationale Studentenausweise.

5. Europäischer Qualifikationspass: Normale Pässe zeigen, wer man ist. Der Qualifikationspass wird zeigen, was man kann. Auf den "Europass" aufbauend, soll der neue Pass Qualifikationen in Europa länderübergreifend vergleichbar machen und so die Beschäftigungschancen im Ausland erhöhen.

6. "Dein erster Job": Wenn man in seiner Heimat keine Arbeit findet, soll man es anderswo probieren können. "Dein erster Job" ist ein Pilotprojekt, das jungen Arbeitssuchenden helfen soll, in Ländern der EU Arbeit zu finden, in denen ihre Qualifikationen mehr gebraucht werden als in ihrer Heimat.

7. Ausbildungs- und Beschäftigungsgarantie für junge Menschen: Oft bekommen Jugendliche eine Jobabsage, weil sie noch keine Arbeitserfahrung haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, schlägt die EU vor, dass die staatlichen Arbeitsagenturen dafür Sorge tragen, dass alle Menschen bis zum Alter von 25 Jahren entweder in Ausbildung oder in Arbeitsverhältnissen sind.

8. Europaweite Überwachung von Jobangeboten: Es gibt freie Stellen, aber es ist nicht immer leicht, den passenden Bewerber zu finden, erst recht nicht über 27 Mitgliedstaaten hinweg. Die koordinierte Jobüberwachung soll Arbeitsmarkttrends in den Mitgliedstaaten erkennen und den Arbeitsagenturen so bei ihren Aufgaben helfen.

9. Finanzierung: Der Erfolg von "Jugend in Bewegung" hängt von den Mitteln ab, die für das Programm aufgebracht werden. Existierende Programme wie Erasmus, Leonardo da Vinci oder Comenius werden neben anderen EU-Mitteln eingebunden, daneben sollen Mitgliedstaaten und private Geldgeber zur Finanzierung beitragen.

 

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