Binnenmarkt und Euro
Der Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten ist ein zentrales Fundament der heutigen Union, nachdem seit 1985 die technischen, rechtlichen, bürokratischen und protektionistischen Schranken beseitigt wurden, die einen freien Güter- und Personenverkehr in der Union verhinderten.
Was der Binnenmarkt bringt
Wenn die nationalen Märkte geöffnet sind, wird der Wettbewerb größer, die Konsumenten profitieren so von niedrigeren Preisen und einem größeren Waren- und Dienstleistungsangebot. Die Unternehmen im Binnenmarkt haben wiederum nach der Erweiterung ca. 495 Millionen potentielle Konsumenten in der erweiterten Union und können dadurch zu niedrigeren Preisen produzieren.
Weil die EU-Mitglieder viele ihrer akademischen und beruflichen Qualifikationen gegenseitig anerkennen, entsteht ein europäischer Arbeitsmarkt. Und der Binnenmarkt erhöhte den Anreiz für die Mitgliedstaaten, die Monopolmärkte für Telekommunikation, Strom, Gas und Wasser zu liberalisieren. Nach Angaben der Kommission hat der Binnenmarkt seit 1993 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen und einen zusätzlichen Wohlstand von über 800 Milliarden Euro erzeugt.
Eine gemeinsame Währung
In Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, den Niederlanden, Portugal und Spanien existiert der Euro seit dem 1. Jänner 1999 als virtuelle Währung, in Griechenland seit dem 1. Jänner 2001. Alle diese Länder führten Anfang 2002 das Euro-Bargeld ein. Und Slowenien ist seit 1. Jänner 2007 auch mit dabei. Dänemark, Schweden und das Vereinigte Königreich sowie alle anderen Länder aus den Erweiterungsrunden 2004 und 2007 haben bisher ihre nationalen Währungen beibehalten. Außerdem übernahm die Europäische Zentralbank (EZB) von den nationalen Zentralbanken die volle Verantwortung für die Geldpolitik und die Devisenreserven des Eurogebiets.
Der Euro macht die grenzüberschreitende Produktion von Produkten billiger und stärkt den Wettbewerb, weil die Preise für die Konsumenten besser vergleichbar werden. Die Bürger sparen darüber hinaus, weil sie beim Reisen im Eurogebiet kein Geld mehr umtauschen müssen und Überweisungen im Eurogebiet nicht mehr als Inlandsüberweisungen kosten dürfen.
Wachstum und Stabilität
Mit der Euroeinführung haben sich die Mitgliedstaaten auch dem Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichtet, der für alle Mitgliedstaaten die Grundregeln der Wirtschaftspolitik festlegt. Alle Staaten sollten ausgeglichene Haushalte oder Haushaltsüberschüsse aufweisen. Defizite sind nur bei einem Konjunkturabschwung erlaubt und dürfen 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten. Übersteigt das Defizit eines Mitgliedstaats diese Marke, so ist er verpflichtet, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, da ihm sonst Geldstrafen von der EU drohen.
Auch die neuen Mitgliedstaaten haben sich lange auf den Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) vorbereitet, der mit 1. Mai 2004 bzw. 1. Jänner 2007 stattgefunden hat. Bevor die Länder jedoch den Euro einführen, müssen sie zuerst die fünf Konvergenzkriterien erfüllen, an die der Beitritt zum Eurogebiet geknüpft ist.





















